Rebsorte

Die Rebsorte ist - neben der durch Anbau bestimmten Lage und dem Boden - einer der Bausteine, die den Geschmack und Charakter eines Weines bestimmen. Wahrscheinlich wurden bereits vor 8.000 bis 10.000 Jahren die ersten Wilden Rebsorten gezüchtet. Schon die Ägypter fingen mit der Kultivierung der Rebsorten an, ehe die Griechen wahrscheinlich im 3. Jahrtausend vor Christus die ersten Rebstöcke anbauten. Die Römer brachten die Weinkultur nach ganz Süd- und Mitteleuropa und durch Kolumbus erreichten europäische Rebsorten Mittel- und Südamerika. Diese Transportwege und Importe bescherten dem Weinbau im Jahre 1860 durch die aus Amerika eingeschleppte Reblaus, die größte Krise. Die Reblaus ist ein Wurzelschädling, der innerhalb weniger Jahre fast den gesamten Rebbestand vernichtete. Daher müssen heute ausnahmslos fast alle europäischen Rebsorten auf amerikanischen Unterlagen aufgepfropft werden, die sich als resistent gegen den Schädling erwiesen haben. Von den etwa 8.000 bis 10.000 existierenden Rebsorten sind etwa 2.500 durch die jeweiligen Gesetze in den unterschiedlichen Ländern für die Weinproduktion zugelassen. Viele werden heute nur noch selten angebaut und nur wenige hundert Rebsorten sind von Bedeutung, noch weniger von überregionaler Bedeutung. Einige Sorten eignen sich nicht besonders für den Weinbau, sondern werden als Tafeltrauben kultiviert. Wieder andere sind besonders geeignet, um sie zu Rosinen zu trocknen.
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